ReferentInnen

1. Dr. Nora Räthzel, Universität für Soziologie Umea, Schweden

Foto Nora Räthzel ist Soziologin und seit vielen Jahren im Bereich der Gender- und Rassismusforschung ausgewiesene Expertin. Sie beschäftigt sich vor allem mit den Themen im Hinblick auf das Alltagsleben der Menschen und ihren Strategie der Unterordnung und des Widerstandes gegen gesellschaftliche Bedingungen und Zustände.

In den 90er Jahren gründete sie das Institut für Rassismusforschung in Hamburg. Sie arbeitete an zahlreichen Forschungsprojekten, unter anderem ging es bei den letzten um den Zugang von jungen Menschen in den Arbeitsmarkt in Schweden. Mit anderen WissenschaftlerInnen zusammen beteiligte sie sich an Forschungsprojekten zum Thema Arbeits- und Privatleben von MitarbeiterInnen eines Multinationalen Konzerns (Mexiko, Schweden und Südafrika).

Nora Räthzels Projekte und Arbeitsansätze führen sie quer durch die Kontinente und über die wissenschaftlichen Grenzen hinweg. Ihre Kooperation und Zusammenarbeit mit anderen WissenschaftlerInnen ist ein prägendes Merkmal, das sich auch in ihren Studien und Ergebnissen niederschlägt.

 

2. Dr. Lenin Raghuvanshi

Foto ... ist Direktor der Organisation PVCHR (People Vigilance Committee on Human Rights, in Varanasi Provinz Uttar Pradesch, Indien).

PVCHR ist eine Menschenrechtsorganisation, die gegen das Kastenwesen in Indien auftritt und insbesondere auf Empowerment Arbeit mit den Dalits (Unberührbaren) in der Region um Varanasi setzt. PVCHR setzt sich außerdem für Opfer von politischer Gewalt, Folter und Polizeiwillkür in Indien ein.

Dr. Raghuvanshi wurde mit dem Gwangju Prize for Human Rights 2007 – der seit 1980 vergeben wird – ausgezeichnet. Dr. Raghuvanshi ist der erste indische Preisträger.

 

3. Dr. Ricardo Loewe, CCTI (Mexiko)

Foto Ricardo Loewe, in Mexiko City als Kind österreichischer Emigranten geboren, ist Arzt und Mitbegründer der 2004 gegründeten mexikanischen Nicht-Regierungsorganisation "Colectivo Contra la Tortura y la Impunidad" (Kollektiv gegen Folter und Straffreiheit), kurz CCTI. Das CCTI ist Mitglied des IRCT (International Rehabilitation Council for Torture Victims).

Die Hauptaufgaben des Kollektivs sind die Dokumentation von Folterfällen in Mexiko mit Hilfe des "Istanbul-Protokolls"; die Behandlung und Begleitung der Folterüberlebenden – meist Opfer politisch motivierter Gewalt – sowie deren Angehörigen und der Gemeinden der Opfer; die Prävention von Folter.

Zu Letzterem wurden vom CCTI Kurse und ein Diplomlehrgang an der Universidad Autónoma de Guerrero für MedizinerInnen, RechtsanwältInnen und PsychologInnen entwickelt. Außerdem führt das CCTI Kurse mit sozialen Organisationen insbesondere in ländlichen Gemeinden durch, welche von Repression betroffen sind.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Forschung über Folter und deren Auswirkungen. CCTI arbeitet zusammen mit der Universidad Autónoma Metropolitana (UAM) in Mexiko Stadt, der Medizinischen und Psychologischen Fakultät der Universidad Autónoma de Guerrero (UAG) in Acapulco und der nationalen Ärztevereinigung im Bundesstaat Guerrero.

Ricardo Loewe liefert in seinen Vorträgen in Europa unter anderem Analysen zur neoliberalen Entwicklung und deren Auswirkungen auf die politischen und sozialen Verhältnisse der mexikanischen Gesellschaft.

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