Das nach der Vortragsreihe unter selbem Namen erschienene
Buch umfasst acht Vorträge von ExpertInnen aus verschiedensten
Bereichen, die mit ihren Beiträgen das Thema „Kommunaldolmetschen“
aus unterschiedlichen Blickwinkeln darstellen und damit die Publikation
zu einem einmaligen Nachschlagewerk – nicht nur für angehende
DolmetscherInnen – machen. Im folgenden eine Auswahl von drei
Beiträgen: In einem Beitrag schildert S¸ebnem Bahadir die
Möglichkeiten und die Grenzen des Kulturdolmetschens. Unter dem
Titel „Multiple Identitäten – Wer oder was ist eine
Türkin?“ beschreibt sie die große Verantwortung, die
insbesondere türkische KulturdolmetscherInnen zu Tragen haben.
Für den/die Dolmetscher/in gilt es eine Gratwanderung zwischen
zwei Kulturen zu bestehen.
Ein weiterer Beitrag – er stammt von den beiden
ZEBRA-Mitarbeiterinnen Ingrid Egger und Uta Wedam – hat den Titel
„Eure Sprache ist nicht meine Sprache. ‘Über-setzen’
– Psychotherapie mittels DolmetscherInnen“. Er handelt von
der diffizilen Beziehung zwischen PatientIn, PsychotherapeutIn und DolmetscherIn.
Doch nicht nur auf dem Gebiet der Psychotherapie ist die perfekte Zusammenarbeit
von HelferInnen, DolmetscherInnen und PatientInnen von größter
Wichtigkeit. Auch im Krankenhaus ist der Einsatz von geschulten KulturdolmetscherInnen
(lebens)notwendig. Éva Rásky, Gerald Ressi und Christine
Anderwald gehen in ihrem Beitrag „Medizinische Betreuung von Migrantinnen
und Migranten und der Einsatz von DolmetscherInnen in der Marienambulanz“
auf die Rolle von KommunaldolmetscherInnen im klinischen Bereich ein.
„Die größten Tragödien in
der Welt und im Leben des Einzelnen entspringen aus Missverständnissen.
Das Heilmittel: die Aussprache.“, schreibt der amerikanische
Poet Gordon Dean in einem seiner Gedichtbände. Ohne (Aus-)Sprache,
ohne Möglichkeit des Dialogs, wird man missverstanden bleiben…
Julian Ausserhofer
Homepage
des Instituts für Translationswissenschaft an der Karl-Franzens-Universität
Graz
Hier kann man das Buch "Brücken bauen statt Barrieren. Sprach-
und Kulturmittlung im sozialen, medizinischen und therapeutischen Bereich"
bestellen. Der Preis beträgt 15,- Euro (für Studierende 10,-
Euro).