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Politik
Obdachlosigkeit von Asylsuchenden:
Situation eskaliert, Innenminister bleibt stur.
- 16. April 2004 -
Man könnte meinen, mit dem
Unterzeichnen der 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zur
Versorgung von AsylwerberInnen und Fremden sei das Problem, das (in schwankender
Intensität) ein ständiger Begleiter der derzeitigen Bundesregierung
ist, eingedämmt. Das Gegenteil ist der Fall, und einige Wochen vor
dem Inkrafttreten der Vereinbarung lässt sich feststellen: Die Realitätsverweigerung
dieses Ministers treibt weitere Blüten und führt zu bemerkenswerten
Allianzen, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren.
Von hundert obdachlosen AsylwerberInnen konnte man in
den letzten Wochen lesen, die Quartiere der Hilfsorganisationen (Caritas,
Diakonie, Volkshilfe ...) seien hoffnungslos überfüllt, viele
Quartiere auf dem Land stünden nicht zur Verfügung, weil BM
Strasser den Bürgermeistern ein Veto-Recht eingeräumt hatte
- Recht auf Unterkunft als Gegenstand lokalpolitischer Grabenkämpfe.
Ergebnis ist, dass der Hardliner Kurs von BM Strasser
nicht nur zu einer offenen Konfrontation mit der christlichen Caritas,
die Jahre lang immerhin als der ÖVP nahestehend gelten konnte, geführt
hat, sondern auch unverhohlene Kritik von Seiten der Wirtschaft auslöst:
„Wir signalisieren potenziellen Wirtschaftspartnern, dass uns Fremde
gleichgültig sind“, so der Funktionär der Industriellenvereinigung
Christian Friesl, der damit eine Kritik seines Vorgesetzten Lorenz Fritz
an der Vorgehensweise der Regierung unterstrich.
Eine Vorgehensweise, die laut UNHCR-Sprecher Gottfried
Köfner übrigens einzigartig in Europa sei. Dass auch Menschenrechte
und Humanität ein Standortfaktor sein können, dürfte der
ansonsten so wirtschaftsfreundlichen Regierung noch nicht in den Sinn
gekommen sein, oder aber man wirft auch die Maxime Neoliberalismus gern
temporär über Bord, wenn man dafür die Situation von AsylwerberInnen
möglichst unerträglich gestalten kann und am rechten, fremdenfeindlichen
Rand auf Stimmenfang gehen kann.
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