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Migrant/inn/en als kompetente Gesundheitsberater/innen
Präventives Gesundheitsprojekt abgeschlossen

- 27. Februar 2004 -

Ende Februar 2004 wurde in Graz ein vom Verein ZEBRA durchgeführtes 18 Monate dauerndes Projekt mit der offiziellen Zertifikatsübergabe an zehn „Gesundheitsreferent/inn/en“ feierlich abgeschlossen.

Nähere Informationen zum Projekt

In Anwesenheit von Gesundheitsstadträtin Wilfriede Monogioudis und VertreterInnen der Grazer Stadtparteien sowie Andrea Lins vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), der gemeinsam mit dem Sozial- und dem Gesundheitsressort des Landes Steiermark wesentlich an der Finanzierung des Projektes beteiligt war, wurden den AbsolventInnen des Fortbildungsprogramms die Zertifikate überreicht.

Seit fünf Jahren führt ZEBRA nunmehr Schulungsprogramme für MigrantInnen durch, die zu MultiplikatorInnen im Gesundheitsbereich geschult werden. MultiplikatorInnen sind informierte Personen, deren Ziel es ist, in ihrem familiären, sozialen, kulturellen und sprachlichen Umfeld Hilfestellungen anzubieten, Rat zu geben und durch den Dschungel der Institutionen zu führen. "Es handelt sich dabei um ein niederschwelliges, ehrenamtliches Angebot“, so Monika Genböck, Projektmitarbeiterin von ZEBRA. Wichtig ist, dass MultiplikatorInnen neben akuten Hilfestellungen auch vorsorgend und präventiv wirken, etwa im Bereich von Ernährung, Hygiene, Bewegung, Mutter-Kind Pass und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Von MultiplikatorIn zu GesundheitsreferentIn

Nach dem Ende der dritten Schulung im Juli 2002 wurde von ZEBRA ein neues Konzept entwickelt, das zum Ziel hatte, für eine ausgewählte Gruppe von MultiplikatorInnen ein Fortbildungsprogramm anzubieten, dass sie auch befähigt, in Institutionen zu wirken. Ziel dabei ist, dass sich Sozial- und Gesundheitseinrichtungen der speziellen Gruppe der MigrantInnen mit ihren Bedürfnissen und Wünschen hin wenden, entsprechende Angebote zu schaffen und den Zugang der Gruppe zu den bestehenden Angeboten zu sichern. „Und da gibt es eine Vielzahl an Hindernissen, die mittlerweile hinlänglich bekannt sind“, wie Projektleiter Wolfgang Gulis erläutert.

Das über 18 Monate laufende Projekt, das den Auszubildenden auch professionelle Rahmenbedingungen bot, u.a. gab es zwei Kursbetreuerinnen und NetzwerkarbeiterInnen, zeitigte bereits Erfolge. So entstanden im Rahmen von Praktika im Netzwerk Kontakte, die zu kontinuierlichen Konsultationen führte und auch zu Teilzeitjobs. „Die GesundheitsreferentInnen haben sich spezialisiert und ihr jeweiliges Thema gefunden“ freut sich Monika Frind, Netzwerkarbeiterin im Projekt.

Ali Alaa, Absolvent des Projektes und Co-Moderator des Abschlussabend formulierte in seiner Rede die große Herausforderung, die das Projekt mit sich brachte. „Welche Sünde haben wir getan, dass Zebra uns an zehn Samstagen von 9.00 bis 18.00 Uhr arbeiten ließ.“ Offensichtlich habe sich die Mühsal aber bezahlt gemacht, wie Ali Alaa kurz darauf ausführte, als die anwesenden PolitikerInnen nach dem Sinn und Nutzen des Projektes befragt wurden.

Die Tatsache, dass der Bedarf so augenscheinlich vorhanden ist, sollte uns dazu führen, dass wir gerade im präventiven Bereich mehr Anstrengungen unternehmen und die GesundheitsreferentInnen auch wirklich einsetzen, so der Tenor der Anwesenden. In diese Kerbe schlugen auch die interviewten GesundheitsreferentInnen, die erhofften, durch die steigende Bekanntheit mehr Einsätze in den Institutionen zu erhalten, denn der Bedarf sei riesengroß, waren sie sich einig.

Andrea Lins vom FGÖ zeigte sich mit dem Projekt auch insofern zufrieden, als dass es ein Projekt sei, dass nicht nur der Zielgruppe in den Maßnahmen nutzt, sondern sie selbst Akteure sind. „Außerdem hat es gesundheitsvorsorgenden und nachhaltigen Charakter und das ist für den FGÖ ausschlaggebend“.

Die zehn zertifizierten GesundheitsreferentInnen kommen aus zehn verschiedenen Ländern (Afghanistan, Ägypten, Ghana, Iran, Irak, Russland, Senegal, Türkei, Turkmenistan und Tschetschenien) und haben im Rahmen der beiden Schulungsstufen mittlerweile eine mehr als 200 Stunden umfassende Ausbildung mit entsprechender praktischer Erfahrung hinter sich.


Sollten Sie die Unterstützung und Beratung der GesundheitsreferentInnen benötigen, wenden Sie sich bitte an Verein ZEBRA, Monika Genböck, Tel.: 0316/835630 – 28.


Im Rahmen des Projektes der Ausbildung der GesundheitsmultiplikatorInnen ist auch ein Handbuch erschienen. "Exil und Gesundheit" soll als Arbeitsunterlage dienen, als Einstiegsbehelf für Menschen, die aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds mit MigrantInnen im Gesundheitssektor zu tun haben.

Das Praxishandbuch ist ebenfalls bei ZEBRA erhältlich unter der Tel.: 0316/908070-25 oder per mail: zebratl@zebra.or.at.




Die GesundheitsreferentInnen:
  • ALAA Ali (Ägypten)
  • ALBAN Hülya (Türkei)
  • KURBANGELDJIEV Azat (Turkmenistan)
  • MALAEVA Diba (Tschetschenien)
  • MOHAMMAD Sadik (Afghanistan)
  • NOORI Rojan (Irak)
  • ODURO James (Ghana)
  • PAHLEVAN KASHI Jamileh (Iran)
  • SANE Lamene (Senegal)
  • ZACHAROVA Anna (Russland)
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    Zertifikat über die Fortbildung zur/zum GesundheitsreferentIn

     

     





     


    Das Handbuch: "Exil & Gesundheit"
    Praxishandbuch zur interkulturellen Öffnung im Gesundheitswesen für MultiplikatorInnen und GesundheitsberaterInnen

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    Das Projekt wird gefördert von:


    Fonds Gesundes Österreich



    Sozialressort



    Gesundheitsressort