Vorankündigung

Einladung zur Tagung
"Von der Dominanz zur Chancengleichheit"
Interkulturelle Öffnung und Diversity Management in Österreich

 

            



Dienstag, 19. Oktober 2004 , 9.00 – 18.30 Uhr
Jugendgästehaus Graz, Idlhofgasse 74, 8020 Graz







Programm:

09.00 – 09.30 Eröffnung

09.30 – 10.30 Interkulturelle Öffnung: Kompass für die Zukunft?
                                 Referent: Wolfgang Hinz-Rommel

                                 Pause

11.00 - 12.00 Diversity Management als Aufgabe für betriebliche Politik
                                 ReferentInnen: Mag.a Dr.in Christine Mattl, Mag. Dominik Sandner

12.00 - 12.45 Kurzpräsentationen der drei Pilotprojekte:
                                - Kurzentrum Bad Eisenkappel, Kärnten (Betrieb)
                                - SOS - Clearing House, Salzburg (NGO)
                                - Steiermärkische Gebietskrankenkasse, Graz (Verwaltung)

                                 Mittagspause

14.00 - 16.15 Pilotprojekte auf dem Prüfstand:
                                Workshops zu den Bereichen NGO, Betrieb und Verwaltung

                                 Pause

16.30 - 18.30 Podiumsgespräch: Umsetzungsstrategien und politische Dimension
                                GesprächspartnerInnen:
                                - Kenan Güngör, Büro für Angewandte Sozialforschung und Entwicklung
                                   (BASE), Basel
                                - Mag.a Dr.in Annette Sprung, Institut für Erziehungswissenschaft,
                                   Abteilung Weiterbildung der Universität Graz
                                - Dr.in Ursula Struppe, Magistrat Wien
                                Moderation: Mag.a Josefa Molitor-Ruckenbauer, Büro MIDAS, Wien




Zur Tagung:

Die europäische Gemeinschaftsinitiative EQUAL, deren Ziel die Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt ist, macht es möglich. Zahlreiche innovative Projekte, die sich mit Fragen der Zuwanderung und der Migration nach Österreich beschäftigten, entstanden und wurden in den letzten beiden Jahren erprobt und durchgeführt. Dazu gehört auch die Partnerschaft MIDAS – ein österreichweiter Zusammenschluss von Beratungsstellen für MigrantInnen mit Beteiligung der Sozialpartner ÖGB und Industriellenvereinigung sowie universitärer Unterstützung (Inst. f. Soziologie, Uni Innsbruck) – die sich den speziellen Herausforderungen der Integration von MigrantInnen am Arbeitsmarkt stellt.

Im Rahmen eines Teilprojektes mit dem Titel „Interkulturelle Öffnung“, das vom Grazer Verein ZEBRA mit Unterstützung der Tiroler Stelle ZEMIT und der Kärntner MigrantInnenberatungsstelle geleitet wurde, wurden 14 Personen, die einen Migrationshintergrund aufweisen, zu interkulturell kompetenten Coaches ausgebildet. Neben der Theorie konnten sie in drei sogenannten Pilotprojekten bei der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse/Graz, dem Kurbad Eisenkappel/Kärnten und im SOS Clearing House/Salzburg praktische und konkrete Erfahrungen sammeln.

Interkulturelle Öffnung bzw. Diversity Management, wie es von Profit Unternehmen angewandt werden kann, zielt darauf ab, Verschiedenheit – also soziale Unterschiede aufgrund von Geschlecht, Ethnie, Alter, Religion, Schicht oder Lebensstil – bewusst zu machen und darauf entsprechend zu reagieren, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Damit gilt es vor allem neben konkreten und raschen auch strukturelle und längerfristige Veränderungen vorzuschlagen. Mit der erst vor kurzem erfolgten Umsetzung der Antidiskriminierungsrichtlinie in Österreich wird die rechtliche, soziale und politische Beachtung der Interessen von MigrantInnen nicht mehr nur als eine moralische Aufgabe sein, sondern in Zukunft auch mit längst fälligen Rechten einhergehen. Wenn schließlich die Politik auch noch die Tatsache einer heterogenen Einwanderungsgesellschaft akzeptiert und darauf entsprechend reagieren sollte, dann wären doch Bedingungen für Öffnungsprozesse und eine Modernisierung in Bezug auf Migration und Zuwanderung geschaffen...

Die Tagung wird sich neben Konzepten der Interkulturellen Öffnung und des Diversity Managements vor allem mit den reichhaltigen praktischen Erfahrungen, die in den drei Pilotprojekten gesammelt wurden, beschäftigen. Diskussionen über die zaghafte, österreichische Praxis in Wirtschaft, Verwaltung und Politik können dabei nicht ausbleiben und werden einen weiteren Schwerpunkt der Tagung bilden.




ReferentInnen, GesprächspartnerInnen:

Kenan Güngör
Büro für Angewandte Sozialforschung und Entwicklung (BASE), Basel, Externer Begleiter der Stadt Dornbirn zur Erstellung eines Interkulturellen Leitbildes.

Wolfgang Hinz-Rommel
Leiter der Abteilung Soziale Dienste der Jugend der Diakonie Württemberg, Verfasser von zahlreichen Beiträgen und Buchautor.

Mag.a Dr.in Christine Mattl
Sozial- und Wirtschaftswissenschafterin (Dissertation zu interkulturellen, interpersonalen Konflikten), Mediatorin, Organisationsberaterin, 8 Jahre Assistentin an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Mag. Dominik Sandner
Studium der Handelswissenschaft, WU Wien, mit Schwerpunkt des Verhaltenswissenschaftlich orientierten Managements, Diplomarbeit zu Betriebswirtschaftlichen Begründungen für Diversity Management, Projektassistent beim EQUAL Projekt Interkulturlotsen der Volkshilfe.

Mag.a Dr.in Annette Sprung
Bildungswissenschafterin am Pädagogikinstitut/ Abt. Weiterbildung der Universität Graz. Arbeitsschwerpunkt interkulturelle/ antirassistische Bildung, Integrationspolitik, Lehrbeauftragte an der Fachhochschule für Sozialarbeit Graz und in der außeruniversitären Erwachsenenbildung tätig. Autorin einer Expertise für ein Integrationskonzept im Auftrag der Stadt Graz 2001/2002.

Dr.in Ursula Struppe
Studium der Theologie, seit 2001 freie Mitarbeiterin im Büro der Wiener Integrationsstadträtin (seit 1.7.04: Mag. Sonja Wehsely - vorher: Mag.Renate Brauner). Befasst mit einem Entwicklungsprozess "Diversitätsmanagement" und mit der Planung der neuen, eigenen Magistratsabteilung für Integrations- und Diversitätsangelegenheiten (MA 17), die derzeit aufgebaut wird.




Anmeldung - Information - Kontakt:

Barbara Schmut
barbara.schmut@zebra.or.at
tel. 0316/ 90 80 70 –27