Schubhaftbetreuung in Innsbruck:
Verein ARGE-Schubhaft droht das AUS!
- 21. Dezember 2005 -
Der Verein ARGE-Schubhaft, der im Polizeigefängnis
Innsbruck seit über 8 Jahren Menschen in Schubhaft betreut, soll
– geht es nach neuesten Meldungen aus dem Bundesministerium f.
Inneres (BMI) - diese Tätigkeit völlig unerwartet nicht weiter
ausüben dürfen. Der entsprechende Fördervertrag zwischen
BMI und ARGE-Schubhaft soll von Seiten des Ministeriums nicht mehr unterzeichnet
werden!
Der Tiroler Verein ARGE-Schubhaft leistet mit einem
multiprofessionellen und multiethnischen haupt- und ehrenamtlichen Team,
das über vielfältige Fremdsprachkenntnisse verfügt, psycho-soziale
Betreuung und rechtliche Informationsarbeit im Schubgefängnis in
Innsbruck.
Obwohl die zuständige Fachabteilung im BMI die
ausdrückliche Empfehlung aussprach, mit dem Verein ARGE-Schubhaft,
wie schon in den letzten acht Jahren auch für das Jahr 2006, einen
Fördervertrag abzuschließen, entschied sich das Kabinett
der Ministerin gegen diese Empfehlung.
Anstelle der ARGE-Schubhaft soll Günther Ecker
mit seinem neuesten Verein "Menschenrechte Österreich"
die Schubhaftbetreuung in Tirol übernehmen. Wie die ARGE-Schubhaft
in einer Aussendung betonte, sei Eckers Verein in Tirol bisher nicht
tätig und verfüge über keinerlei Kontakte im sozialen
und institutionellen Umfeld vor Ort.
Die ARGE vermutete weiters auch, dass die Kontakte
von Eckers Verein zum BMI und die politischen Einflussnahmen diese Entscheidung
wohl wesentlich beeinflusst haben müssten, denn laut Evaluation
gäbe es keine inhaltlichen Vorbehalte gegenüber der ARGE-Schubhaft.
Durch die Arbeit der engagierten Tiroler Organisation
gelang es, vielen Menschen, die - ohne je eine Straftat begangen zu
haben - in Haft waren und sind, in ihrer verzweifelten Lage, oft in
psychischen Ausnahmesituationen in Folge traumatisierender Flucht- und
Herkunftsgeschichten, kompetente Unterstützung zukommen zu lassen
sowie die Haftbedingungen der Schubhaft schrittweise den sonst in Österreich
üblichen Haftstandards anzunähern. Die Schließung der
Betreuungseinrichtung ARGE-Schubhaft würde sowohl für die
betroffenen Personen als auch für die soziale Landschaft in Tirol
einen erheblichen Verlust bedeuten.
Der Verein ARGE-Schubhaft appelliert in einer Aussendung
an die Ministerin Prokop, die ARGE weiterhin mit dieser Aufgabe zu betrauen.
Der Verein ARGE-Schubhaft wird in diesen seinen Bemühungen von
zahlreichen prominenten Personen und maßgeblichen Institutionen
unterstützt.
Verein zur psycho-sozialen Betreuung von Schubhäftlingen
Jahnstraße 17, 6020 Innsbruck
Tel. u. Fax: 0512/581488
mail: arge.schubhaft@inode.at