Am 28. September 2005 wurde
der diesjährige ARD - "CIVIS Medienpreis" im Straßburger
Parlament vergeben. Der ORF-Themenbeitrag „Es war die Hölle“
von Andrea Puschl wurde in der Kategorie „Europäische
CIVIS Fernsehpreis/Information“ nominiert. Gewonnen haben in dieser
Kategorie die beiden Schweden Hakan Berthas und Johan Bjerkner
mit der Dokumentation „Nabila“, dem Portrait einer jungen,
politisch engagierten Rapperin.
Für die ORF-Journalistin ist die Nominierung schon
eine große Auszeichnung gewesen und eine Bestätigung der
nicht leichten Bearbeitung des Themas der Behandlung und Lebenssituation
von traumatisierten Flüchtlingen im ORF. Andrea Puschl
beschreibt das Martyrium eines afghanischen Flüchtlings, der schweren
Verfolgungen und Folterungen ausgesetzt war und den Schwierigkeiten
während des Asylverfahrens. Im Beitrag wird die therapeutische
und soziale Arbeit des Vereins ZEBRA während der für den Flüchtling
äußerst schwierigen Wartezeit skizziert. Leider reichte es
nicht für den Sieg – die Nominierung ist jedoch eine tolle
Bestätigung der journalistischen Leistung von Puschl.
Nicht weniger als 279 Beiträge aus 17 Ländern
wurden für 2005 eingereicht, 13 Sendungen/Dokumentationen/Filme
wurden schließlich für die Preisverleihung in Straßburg
nominiert. Neben dem Beitrag von Andrea Puschl fanden sich unter anderem
die NDR-Reportage „Abschiebung im Morgengrauen - Alltag in der
Ausländerbehörde“ von Michael Richter,
und die ARTE-Dokumentation „Frauen mit voller Kraft zurück“
von Leila Djitli. Im Bereich Unterhaltung/Europa gingen
die WDR-Fernsehfilme „Der Grenzer und das Mädchen“
von Hartmut Schoen und „Zeit der Wünsche“
von Tevfik Baser sowie die SWR-ARTE-Produktion „Folgeschäden“
von Florian Hanig ins Rennen.
Der ARD CIVIS Medienpreis wird bereits seit 17 Jahren
vergeben, allerdings erfährt er erst seit 2003 verstärkt öffentliche
Aufmerksamkeit. Das besondere am CIVIS Medienpreis ist, dass er sich
den Themen der kulturellen Vielfalt und der Integration von Minderheiten
widmet und nicht weniger will als „das friedliche Zusammenleben
in der europäischen Einwanderungsgesellschaft fördern“.
Nach den Preisverleihungen im Berliner Schloss Bellevue (2003) und in
der Wiener Hofburg (2004), trat heuer Dr. Josef Borrell
– Präsident des Europäischen Parlamentes in Straßburg
als Schirmherr auf. Moderiert wurde die Preisverleihung, die auch im
ARD übertragen wurde, von Sandra Meischberger.
Der ORF hat die Preisverleihung leider nicht ausgestrahlt.