Das Europaparlament sagte am
27. September 2005 mehrheitlich Nein zum Vorschlag der EU- Innenminister,
der im April des Jahres recht überraschend zustande gekommen war.
Das Europaparlament spricht sich damit auch mehrheitlich für mehr
Flüchtlingsschutz und mehr Kinderrechten im Asylwesen aus und gegen
die umstrittene Regelung der sogenannten besonders sicheren Drittstaaten.
Die klare Botschaft der Parlamentarier: Europa braucht
mehr Flüchtlingsschutz, mehr Rechte für Flüchtlingskinder
und keine Listen sicherer Drittstaat- und Herkunftsstaaten. Eine klare
Absage wurde einer Verlängerung der Schubhaft von AsylwerberInnen
über sechs Monate hinaus erteilt.
Die asylkoordination österreich und ZEBRA
begrüßen dieses eindeutige Votum für das Menschenrecht
auf Asyl. Die asylkoordination hatte an die österreichischen EU-Abgeordneten
appelliert, die negativen Erfahrungen, die in Österreich mit Drittstaatsverfahren
gemacht wurden, bei ihrem Votum zu bedenken. Die Kritik der NGOs konzentrierte
sich weiters auf die Einschränkungen von Verfahrensgarantien. Der
vom Europaparlament angenommene Bericht muss nun Grundlage für
die EU-Innenminister sein, ihren Vorschlag völlig zu überarbeiten.