Selbsthilfegruppe
für ältere MigrantInnen
- 24. Jänner 2005 -
Die persönlichen und sozial-strukturellen Probleme
von älteren MigrantInnen, die in Österreich leben, sind vielfältig:
Chancenlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt, gesundheitliche Probleme, geringe
Deutschkenntnisse, ungenügende soziale Versorgung, Kriegstraumata,
Heimweh, Verlust der Partnerin bzw. des Partners… Die Liste ließe
sich lange fortsetzen.
Um diesen Schwierigkeiten wenigstens in kleiner Dimension
entgegenzusteuern, initiierte ZEBRA Ende 2003 erstmals eine „Selbsthilfegruppe
für ältere MigrantInnen“. Und das mit großem Erfolg.
MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien treffen sich seither regelmäßig
in den ZEBRA-Räumlichkeiten in der Pestalozzistraße.
In den Treffen, die einmal pro Monat unter der Leitung
von Emina Kofrc stattfinden, haben beiläufige Konversationen ebenso
ihren Platz wie elementar wichtige Informationen. Der Austausch unter
den SeniorInnen, die aus dem ganzen Gebiet des ehemaligen Jugoslawien
stammen, hilft depressive Stimmungen zu vertreiben und das Kollektivgefühl
zu stärken. Gelegentlich referieren ExpertInnen zu bestimmten Themen.
Beispielsweise konnte eine angehende Ärztin, die ursprünglich
aus Bosnien stammt, für ein Referat über Diabetes und andere,
im Alter zunehmend auftretende Krankheiten engagiert werden. An einem
Vormittag stand eine Informationsveranstaltung zum österreichischen
Pensionssystem am Programm, ein anderes Mal sprach man über Möglichkeiten
und Strukturen des österreichischen Arbeitsmarktservice.
Doch auch das Vergnügen sollte nicht zu kurz kommen:
Ein großes Sommerfest, das in Kooperation mit einer Seniorengruppe
der Steirischen Grünen selbständig initiiert, finanziert und
organisiert wurde, nahmen allen Beteiligten mit großer Freude
auf. In einer kleinen Feier zum Jahresabschluss wurde das einjährige
Jubiläum der Gruppe begangen und Resümee über das vergangene
Jahr gezogen. Doch damit ist es noch lange nicht vorbei: Man will sich
weiterhin regelmäßig treffen. Für Juni 2005 beispielsweise,
ist ein Ausflug nach Tuzla, Bosnien, geplant. Kemal Jukic, einer der
Teilnehmer der monatlichen Treffen, will, in Absprache mit dem dortigen
Bürgermeister, den Senioren ein vielfältiges Ausflugsprogramm
bieten. Man darf auf die Berichte von der Bildungsreise gespannt sein…
Megaphon-Artikel zur Selbsthilfegruppe...