Projekt "Engagierte Eltern"
Zertifikatskurs für die Arbeit mit
Migranteneltern
in der Familienbildung
- 10. April 2006 -
Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit
im Projekt „Engagierte Väter“, das im Rahmen des Grundtvig-Programms
durchgeführt wurde, entschlossen sich die beteiligten Partner zur
weiteren Zu-sammenarbeit. Ziel des Nachfolgeprojektes „Engagierte
Eltern“ ist die Entwicklung und Durchführung eines Zertifikat-Kurses
für MitarbeiterInnen in Familien- und Erwachsenenbildungseinrichtungen.
In einem fünftägigen Kurs werden Inhalte der Familienbildung
und des interkulturellen Lernens miteinander verbunden und gelehrt.
Angesprochen sind alle Einrichtungen, die mit Migrantenfamilien arbeiten
und ihre Mitarbeiter darin schulen möchten; Einrichtungen, die
gerne Migranteneltern erreichen möchten und einen Zugang zu dieser
Zielgruppe suchen; Einrichtungen, die sich an die Kinder wenden und
die Eltern mit einbeziehen möchten. Die beteiligten Organisationen
sind: Kontakt- und Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche, Eltern
und Familien, Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung und der
(Migranten-) Sozialarbeit.
Das noch im Jahr 2005 entwickelte Curriculum setzt
sich aus sechs Modulen zusammen: Challenges of Migration, Diversity
Mainstreaming, Family Learning, Education and Communication Competences,
Conflict Resolution and Transfer to Practice and Evaluation.
Die Umsetzung von Erfahrungen und best-practice Modellen aus der Bildungsarbeit
mit den Migrantenvätern in eine Kurskonzeption für die Arbeit
mit Migranteneltern hat einen innovativen Charakter. Dazu werden die
in den Partnerländern bereits vorhandenen Ansätze und Modelle
aus der Eltern- und Familienbildung mit Migranten zusammen geführt
und in der Konzeption der Module hineingefügt.
Die KursteilnehmerInnen sollen dadurch befähigt
werden, Bildungsangebote zur Stärkung der Erziehungs- und Kommunikationskompetenz
von Migranteneltern durchzuführen. Indirekt soll durch den Zertifikatskurs
auf eine interkulturelle Öffnung der Einrichtung für die Zielgruppen
Migranteneltern hin gesteuert werden, um diese Zielgruppe längerfristig
in die üblichen Bildungsmaßnahmen und –angebote zu
integrieren.
Der Kurs wurde im Jahr 2005 in Österreich und Polen getestet und
2006 in 3 weiteren Ländern (Großbritannien, Spanien, Rumänien)
europaweit für Grundtvig 3-Stipendiaten angeboten. Nach der Evaluation
der Erfahrungen in diesen Testkursen wird der Test-Kurs in zwei weiteren
Ländern (Deutschland und Litauen) angeboten.
Vom 15.02.06 bis 20.02.2006 fand der erste Testkurs
in Manchester, Großbritannien statt. 11 TeilnehmerInnen aus Deutschland,
Österreich, Spanien und Litauen hatten die Möglichkeit, Themen
wie die Flüchtlings- und Migrationspolitik in Europa, die interkulturelle
Öffnung von Institutionen, Zu-gangsbarrieren zu Bildungsstätten,
Konfliktmanagement, Arbeit mit Migrantenfamilien sowie bilinguale Kommunikation
zu behandeln.
ZEBRA konzipierte die ersten zwei Module, die sich
mit der allgemeinen Flüchtlings- und Migrationsthematik in Europa
und mit der interkulturellen Öffnung von Institutionen auseinander
setzen. Mioara Girlasu von ZEBRA hat gemeinsam mit den KollegInnen von
MAES (Manchester Adult Education Service), Chris Brownhill und Sarah
Royds den Testkurs gehalten. Die Rückmeldungen der TeilnehmerInnen
am Ende des Testkurses waren sehr positiv.
Vom 24.03.06 bis 28.03.06 fand ein weiterer Pilotkurs
in Barcelona und vom 04.04.06 bis 08.04.06 der vorläufig letzte
Kurs in Bukarest statt. Die Ergebnisse dieser Testkurse werden bei dem
nächsten internationalen Projektreffen Ende Juni 2006 in Wuppertal
besprochen und evaluiert.
Nähere
Informationen zum Projekt finden Sie hier...