Supervision für TraumatherapeutInnen
Einführung in das Modell der Gruppensupervision
nach Johan Lansen
- 09. Oktober 2006 -
Am 30. und 31. Oktober 2006 findet ein Seminar für
PsychotherapeutInnen statt, die sich in ihrer Arbeit mit extremtraumatisierten
Personen beschäftigen. Das Seminar findet im Rahmen des 3-jährigen
ZEBRA Projektes „Strukturaufbau
zur Verbesserung der psychosozialen Behandlungsangebote für Folteropfer
in ländlichen Regionen der Steiermark“ (Projektkürzel
"B5") statt und wird von der Europäischen Kommission
finanziert.
Bei dem Seminar, mit den beiden Referenten Johan Lansen
und Ton Haans aus den Niederlanden, stehen noch Restplätze zur
Verfügung.
Datum: 30 u. 31.
Oktober 2006
Ort: Heinrichstraße 27, 8010 Graz (Psychotherapiepraxis)
Zeit: jeweils 09.30 – 16.30 Uhr
Seminarinhalte
ReferentInnen
Bibliographie
Infos
& Anmeldung
Seminarinhalte
In diesem Seminar lernen PsychotherapeutInnen, wie
Fälle im Kontext „Extremtraumatisierung“ supervidiert
werden können. Grundlage für die Referate ist das Modell der
Gruppensupervision nach Johan Lansen, das – kurz zusammengefasst
– wie folgt charakterisiert werden kann:
Supervision wird verstanden als geteilte Reflexion
zwischen einem/einer Experten/in von außen und einem/einer Supervisanden/in,
einer Gruppe oder einem Team. Ziel dieser Supervisionen ist einerseits
emotionale Entlastung und kollegiale Solidarität zu ermöglichen
und andererseits die therapeutische Kompetenz zu festigen und zu vergrößern.
In den 2 Tagen werden 15 TherapeutInnen anhand von
Fallbeispielen die Möglichkeit haben, konkrete Fälle supervidieren
zu lassen. Weiters soll durch Erfahrungsaustausch zwischen den ReferentInnen
und den TeilnehmerInnen erörtert werden, was es bedeutet, Helfer
von Opfern organisierter Gewalt zu sein.
Die Referenten
Johan Lansen, ausgebildet als Psychiater,
Psychoanalytiker, Gruppentherapeut und Supervisor. Er ist ehemaliger
Direktor am Sinai – Zentrum in Holland (Psychiatrisches Zentrum
für jüdische Überlebende des Nazi–Regimes und deren
Kinder in Amsterdam und Amersfoort) und hat dort als Therapeut und Supervisor
viele Erfahrungen im Bereich Behandlung und Supervision von traumatisierten
Menschen gemacht.
Seine derzeitige Hauptaktivität liegt im Bereich
Training/Supervision für KollegInnen in Westeuropa, die mit traumatisierten
Flüchtlingen arbeiten.
Er ist einer der Gründer der „War Trauma
Foundation“, bei der es um die finanzielle Unterstützung
von psycho–sozialen Projekten in Ländern geht, die von Krieg,
Bürgerkrieg oder anderen Formen der Gewalt betroffen sind.
Ton Haans war bis 2003 Koordinator
für Training und Consultation des niederländischen “Foundation
Centrum 45”, dem nationalen medizinisch–psychologischen
Behandlungszentrum für Opfer von Krieg und organisierter Gewalt.
Er ist Trainer und Supervisor der niederländischen
Vereinigung für Gruppen–Psychotherapie und Mitglied der Londoner
„Group Analytic Society“.
Derzeit macht er, zusammen mit Johan Lansen, die Ausbildung
zum Supervisor am Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer.
Bibliographie
Birck, A, Pross, C. and J. Lansen (ed.) (2002):
Das Unsagbare (über Behandlung und Rehabilitation von Folterüberlebenden
und traumatisierten Flüchtlingen im Behandlungszentrum für
Folteropfer in Berlin). Berlin, Springer.
Rossberg, A. and J. Lansen (ed.).(2003):
Das Schweigen brechen. Berliner Lektionen zu Spätfolgen der Schoah
(Breaking the silence. Lectures in Berlin about late sequelae of the
Holocaust). Peter Lang, Frankfurt.
Johan Lansen and Ton Haans (2004):
Clinical Supervision for Trauma Therapists, Chapter 12, p.317-353 in
Broken Spirits. The Treatment of Asylum Seekers and Refugees with PTSD,
edited by John P. Wilson en Boris Drozdek . Brunner-Routledge, New York.