"Fluchtlinien -
Menschenrechtliche Herausforderung, politische Verpflichtung, therapeutisches Handeln in der Arbeit mit Opfern politischer Gewalt"

 

 

 

 

 

 

 

 


 
Dokumentation zur Tagung
 vom 14. und 15. Juni 2007 in Graz

 

  Zu den ReferentInnen

 

 


Wie muss sich (interkulturelle) Therapie und Traumaarbeit präsentieren, um von der „Gesellschaft“ anerkannt zu werden ohne dass Verantwortung „ausgelagert“ wird? Wie kann man einen therapeutischen Raum schaffen, in dem das individuelle Leid angemessen behandelt werden kann ohne den politischen Kontext auszublenden? Wie kann der Spagat zwischen Menschenrechtsarbeit, Therapie und Sozialarbeit mit Opfern politischer Gewalt gelingen?

Der Brückenschlag zwischen den verschiedenen Dimensionen welche in dieser Arbeit eine Rolle spielen, wurde bei der Konferenz „Fluchtlinien – Menschenrechtliche Herausforderung, politische Verpflichtung, therapeutisches Handeln in der Arbeit mit Opfern politischer Gewalt“, von 14. bis 15. Juni 2007 im Konferenzzentrum Wall der Karl-Franzens-Universität Graz, gewagt. Die Konferenz fand als Abschluss des 3-jährigen Projekts „Verbesserung und Ausbau der Beratungs- und Behandlungsangebote für Folteropfer in der Steiermark“ statt.


In der Dokumentation können Sie die Vorträge der drei HauptreferentInnen Jörg Becker (Kommunikationswissenschafter und Geschäftsführer des „KomTechInstituts“ in Solingen, Deutschland), Gisela Perren-Klingler (Kinder- und Jugendpsychiaterin und Gründerin des Instituts für Psychotraumatologie, Schweiz) sowie David Becker (Lehrender an der FU Berlin und Berater in vielen verschiedenen Ländern), in leicht gekürzter Fassung nachlesen. Außerdem finden Sie darin auch Zusammenfassungen der neun Arbeitskreise zu den unterschiedlichen Ebenen des Themenbereiches. Wir hoffen Ihnen ein spannendes Leseerlebnis zu bieten, das der Komplexität der Konferenz gerecht wird.

Aus dem Editorial von Doris Hildebrand


Inhaltsverzeichnis

03 – Folter in den Medien
Von Jörg Becker

07 – Psychotherapeutische Behandlung in der Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen
Arbeitskreis 1

08 Soziale Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen
Arbeitskreis 2

10 Körpertherapie mit traumatisierten Menschen
Arbeitskreis 3

12 – Der lange Weg der Menschenrechte im Gesundheitswesen: Rückblick und Ausblick
Von Gisela Perren-Klingler

14 Interkulturelle Kompetenz in der Psychiatrie
Arbeitskreis 4

16 Folter im öffentlichen Mainstream
Arbeitskreis 5

18 Stressmanagement für sich selbst und für Traumatisierte
Arbeitskreis 6

19 Kritische Betrachtungen und relevante Aspekte des nationalen und internationalen Traumadiskurses
Von David Becker

20 Dolmetschen in psychotherapeutischen Settings
Arbeitskreis 7

21 Strukturierte Supervisionsmethode nach Lansen/Haans
Arbeitskreis 8

22 Traumatisierte Kinder- und Jugendflüchtlinge
Arbeitskreis 9


Jörg Becker (Freie Universität Berlin)

Geb. 1946, verheiratet, drei Kinder, wohnhaft in Solingen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Doktor der Politikwissenschaft, Germanistik und Pädagogik an den Universitäten von Marburg, Tübingen und Bern/Schweiz; Studium der Soziologie an der City University of New York und der Harvard University in Cambridge. 1981 Habilitation in Sozialwissenschaften (Universität Marburg).
Seit 1987: Professor h. c. für Politikwissenschaft an der Universität Marburg sowie Direktor und Geschäftsführer des KomTech-Instituts für Kommunikations- und Technologieforschung in Solingen (gegründet in Frankfurt).
Seit 1998: Gastprofessor für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck/Österreich.
Seit 2002: verschiedene Gastprofessuren (u. a. an der American University in Beirut/Libanon und an der Hongkong Baptist University in Hongkong).


Gisela Perren-Klingler (Institut für Psychotraumatologie, Schweiz)

Seit 1978 Kinderpsychiaterin in einer Ordination in der Schweiz, hauptsächlich für traumatisierte KlientInnen.
1980- 1990 Medizinische Delegierte für das ICRC (Int. Committee of the Red Cross, Geneva) – in Lateinamerika, im mittleren Osten (Palästina), Europa (Spanien).
1992-1996 Mitglied des Gremiums “Journal of Traumatic Stress”, ad hoc Rezensentin.
1992 Gründerin des Instituts für Psychotrauma in der Schweiz.
1993 Mitautorin von "guidelines for traumatized populations“ des UNHCR.
1993 - 2001 Gewähltes schweizer Mitglied der CPT (Commission for Prevention of Torture and Inhuman and Degrading Treatment in persons deprived of their liberty).
2005 - 2008 Training für Feuerwehrmänner – PsychologInnen in Cordoba, Argentinien.


David Becker (Freie Universität Berlin)

Dipl. Psych., Dr. Phil., arbeitete lange Zeit in Lateinamerika mit Opfern der politischen Verfolgung. Seit 1999 in Berlin als stellvertretender Direktor der Internationalen Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie (INA) GmbH an der FU Berlin (http://www.ina-fu.org). 2002 Gründung des Büros für psychosoziale Prozesse (OPSI) in der INA GmbH (http:///www.opsiconsult.com). Berater psychosozialer Projekte in Kriegs- und Krisengebieten; gegenwärtig insbesondere in Tadschikistan, Palästina, Kolumbien, Bosnien und Nordirland.