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EQUAL-Projekt: MIDAS


MIDAS

 DAS ZEBRA-MIDAS TEAM
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Ausgangslage:

MigrantInnen sind in Österreich am Arbeitsmarkt individuell und strukturell benachteiligt. Sowohl als MitarbeiterInnen in einem Betrieb, als auch als KundInnen in den Regeleinrichtungen werden MigrantInnen in ihren Bedürfnisse und Wünschen überwiegend ignoriert.
Österreich ist - obwohl längst zum Einwanderungsland geworden in bezug auf die politischen und gesetzlichen Bedingungen, derzeit nicht in der Lage, Zuwanderung positiv und als befruchtend für die Gesellschaft wahrzunehmen und Nutzen daraus zu schlagen. MigrantInnen sind - obwohl sie vielfach sehr gut ausgebildet, lernbereit und flexibel sind - am Arbeitsmarkt einer massiven Dequalifizerung ausgesetzt, Integration wird langfristig und strukturell verhindert.

Zielsetzung:

Dem gemäß hat Midas es sich zum Ziel gesetzt, strukturell an dieser Situation etwas zu verändern und Integration für MigrantInnen möglich zu machen und dies nicht nur aus reinen Nützlichkeitsüberlegungen, sondern auch aus Gründen der Politik, der Demokratie und der Menschen- und Bürgerrechte.
Die vorliegende Entwicklungspartnerschaft bemüht sich daher strukturelle und individuelle Verbesserungen für MigrantInnen am Arbeitsmarkt herzustellen. Damit sollen Diskriminierung und Rassismus fördernde Strukturen erhoben und analysiert werden. Ein weiteres Vorhaben der EP ist es, auf verschiedenen Ebenen Gegenmaßnahmen zu setzen und konkrete in die Tat umsetzbare Aktivitäten voranzutreiben. Ziel ist es auch, dass österreichische Regeleinrichtungen (Verwaltung, Behörde) ebenso wie Firmen und Betriebe sich mittels den Instrumenten der interkulturellen Öffnung dem Thema widmen.

Aktivitäten:

So wird etwa an der Verbesserung der Selbsthilfepotenziale gearbeitet, um die Mitbestimmung sowie die politische Teilhabe zu sichern, antidiskriminierende Planspiele im Rahmen der Lehrlingsausbildung entwickelt und Schulungsprogramme zur Interkulturellen Öffnung angeboten, die einerseits die Situation am Arbeitsmarkt und in den Regeleinrichtungen verbessern soll und andererseits Qualifikationsmöglichkeiten von MigrantInnen schafft. Schließlich wird auch noch an einem Material- und TrainerInnenpool gearbeitet, der zum Einsatz in den verschiedensten Organisationen zur Verfügung stehen soll.

Beteiligte:

Midas ist eine Entwicklungspartnerschaft, die vom Dachverband Arge MigrantInnenberatung inhaltlich und finanziell koordiniert wird. Unter diesem Dach sind mittlerweile seit mehr als 15 Jahren die "Ausländerberatungsstellen" in den verschiedenen Bundesländern vernetzt.
Daher sind bei Midas auch die jeweiligen Beratungsstellen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Kärnten und der Steiermark in die Arbeit eingebunden. Außerdem nehmen noch das Komitee Mauthausen, sowie die Sozialpartner (ÖGB und Industriellenvereinigung) und das Institut für Soziologie/Uni Innsbruck teil.

Internationale Partner:

Interact - Valuing diversity in the workplace (Irland)
ETMO - Multiculturalism as a resource in a working community (Finnland)






 

ZEBRA Beteiligung an MIDAS


Interkulturelle Öffnung:

ZEBRA ist als Modulverantwortliche in der MIDAS Partnerschaft beteiligt und führt das Modul 2: "Interkulturelle Öffnung" durch. Partner in diesem Modul sind die Ausländerberatungsstellen in Kärnten und Tirol.

Ziele:

Die strategischen und übergeordneten Ziele im Rahmen dieses Projektes sind die individuellen Integration- und Aufstiegschancen für MigrantInnen zu verbessern und zu ermöglichen.
Auf der gesellschaftlichen Ebene sollen Prozesse der Interkulturellen Öffnung nachvollziehbar gemacht werden und es sollen verwertbare theoretische und praktische Erfahrungen gemacht werden, wie etwa eine entsprechende Ausbildung bzw. Ergänzung zu Ausbildungen für Österreich aussehen sollen.

Unter Interkultureller Öffnung der Regelsysteme und Diversity Management von Profit Organisationen wird die systematische und umfassende Bedachtnahme, Strukturanpassung und Veränderung von Organisationen verstanden, hinsichtlich einer multikulturellen Gesellschaft und deren speziellen Fragestellungen. Dies gilt im politischen Bereich - dabei sind etwa die gesteckten Rahmenbedingungen in der Verwaltung zu betrachten, oder den Leitmotiven und Missionen bei Betrieben Augenmerk zu schenken. Aber es betrifft auch den gesetzlichen Bereich (Antidiskriminierungsgesetz, Schutzbestimmungen). Schließlich gilt es auch neue Formen der Organisation und des Managements zu entwickeln bzw. einzuführen, mit denen Interkulturelle Öffnung vorangetrieben werden kann.

Dieser Prozess gilt auf allen Ebenen einer Organisation. Der Mitarbeiterebene, etwa wenn es um Arbeiten in multikulturellen Teams geht, der Managementebene, wenn es um Personal-, Konfliktmanagement und Organisationsfragen geht, aber auch um die Leitungsebene, wenn es um die Implementierung von Zielen, Visionen und gesellschaftlichen Aufträgen an Organisationen geht. Interkulturelle Öffnung ist somit nicht nur eine Managementaufgabe sondern auch ein Sensibilisierungs- und Bildungsauftrag für Organisationen, Verwaltung und Betriebe.

Aktivitäten:

Im Rahmen des Projektes werden insgesamt 12 MigrantInnen österreichweit ausgewählt, die an einem zweijährigen Pilotprogramm mitwirken können. Gemeinsam führen die beteiligten Organisationen ein Schulungsprogramm durch, in dem die individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen der MigrantInnen weiter entwickelt und deren interkulturelle Kompetenzen und Fähigkeiten gezielt unterstützt werden. Neben dem Schulungsprogramm besteht im Rahmen des Moduls die Möglichkeit ein 1 wöchiges Praktikum zu absolvieren. In einem nächsten Schritt können die 12 geschulten MigrantInnen - auf drei verschiedene Pilotprojekte aufgeteilt - die erworbenen Kenntnisse und Programme zur Interkulturellen Öffnung in der Praxis erproben und umsetzen.

Die drei Piloprojekte finden in drei unterschiedlichen organisationalen Rahmen und in Graz, Klagenfurt und Innsbruck statt. Darunter wird 1 verwaltungsnahe Organisation, 1 Betrieb/Unternehmen, 1 kommunale Verwaltungseinheit sein.

Den 12 MigrantInnen steht im Zeitraum von einem Jahr ein Coach/BeraterIn, der/die sie bei ihrer Arbeit in der Organisation berät und unterstützt, zur Verfügung.

Im Rahmen der Tätigkeit im Pilotprojekts sollen die mittlerweile geschulten und interkulturell kompetenten MigrantInnen als Coach auf allen Ebenen einer Organisation aktiv werden. Um auf die Komplexität und Dimension der Fragen, die in der Praxis bearbeitet werden könnten, hinzuweisen, seien hier einige Fragen erwähnt: Inwieweit nimmt die Organisation eine heterogene "Kundenschaft" wahr und in ihr Leitbild auf. Wie wird die Organisation ihrer sozialen Verantwortung gerecht, wie wird auf die Bedürfnisse der multikulturellen Belegschaft Bedacht genommen oder welche Maßnahmen sind notwendig, um in einem multikulturellem Arbeitsteam effizient zusammenarbeiten zu können oder wie kann gewährleistet werden, dass auch MigrantInnen an innerbetrieblichen Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen können....

Nach Ende des Pilotprojektes sollen die Aktivitäten dokumentiert und die Erfahrungen gesammelt werden und sowohl der Öffentlichkeit in Form einer Fachbroschüren näher gebracht als auch der Fachöffentlichkeit mittels Veranstaltungen (Tagungen) zur Verfügung gestellt werden.

Nähere Informationen, Kontakt:

Verein ZEBRA
MIDAS Büro
Pestalozzistrasse 59/II
8010 Graz
Tel: 0316- 90 80 70-25 und 27
E-Mail: barbara.schmut@zebra.or.at