ZEBRATL das
Magazin des Vereins ZEBRA
- Zentrum zur sozialmedizinischen, rechtlichen und kulturellen
Betreuung von Ausländern und Ausländerinnen in Österreich
Nummer 3/2000: "Gefährdet, seine Rechte zu verlieren"
Die 3. Nummer des heurigen Jahres ist eine zweigeteilte. Neben den aktuellen ZEBRATL-Artikeln enthält sie auch die Dokumentationsschrift zur Veranstaltung "Die Defizitträger" , die am 13. März im Jugendgästehaus in Graz stattfand.
Die Veranstaltung fiel genau in den Zeitraum, als in Deutschland ein Migrationsthema wieder einmal die Öffentlichkeit beherrschte. Dem drohenden Arbeitskräftemangel, vor allem im EDV-Bereich, soll mit der Anwerbung von Computer-ExpertInnen aus Indien begegnet werden. Die "green card" für hochqualifizierte ArbeitsmigrantInnen propagierte die eine Seite, "Kinder statt Inder", so der rassistische Gegenslogan, der von der CDU im Wahlkampf eingesetzt wurde.
Unabhängig von tagespolitischen Auseinandersetzungen stellen demographische und arbeitsmarktpolitische Prognosen das Migrationsthema in ein neues Licht. In 30 Jahre, so sind sich die ExpertInnen einig, wird sich Europa und auch Japan mit massiven Problemen konfrontiert sehen. Wirtschaftswachstum und das bestehende Sozial- und Pensionssystem sind bei der zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung nicht aufrecht zu erhalten. Migration in einem wesentlich höheren Ausmaß als bisher wird als einzig realistische Lösung gesehen.
Die Dokumentation zur Veranstaltung bietet Ihnen mit den Beiträgen von Dirk van den Boom eine Vertiefung zu diesem Thema. August Gächter vom IHS präsentierte im Rahmen der Tagung eine Studie zur beruflichen Situation von MigrantInnen, die auf der Grundlage von Interviews mit KlientInnen, die die Beratungsstelle von ZEBRA frequentierten, erstellt wurde. Sein Artikel faßt die Ergebnisse der Befragung zusammen. Die Studie selbst können Sie bei Interesse gerne im ZEBRA-Büro anfordern.
Neben der Tagungs-Dokumentation widmet sich das ZEBRATL 3/2000 vorrangig den Themen und Schwerpunkten, die unmittelbar an die Beratungs- und Betreuungsarbeit von ZEBRA anschließen. Eine Replik zur Rückkehr von Flüchtlingen aus dem Kosovo wurde von Georg Ratschiller verfaßt. Emina Kofrc beschreibt die Probleme ausländischer Kinder in der Schule und die Möglichkeiten, im Rahmen der Beratungsarbeit unterstützend zu wirken.
"Was macht MigrantInnen krank?" -eine Frage, der in einem Artikel von Christoph Pammer, der als Mitarbeiter im MultiplikatorInnen-Projekt von ZEBRA zum Thema Gesundheit tätig war, nachgegangen wird. Zum Nachlesen und "Mehr-Lesen" sei Ihnen hier die von ihm an der Akademie für Sozialarbeit verfaßte Diplomarbeit empfohlen. Auch diese kann über ZEBRA angefordert werden.
Wie immer wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen des ZEBRATLs. Vergessen Sie nicht auf Ihren Abo-Beitrag und empfehlen Sie uns und unsere Zeitung weiter.
Edith Glanzer