ZEBRATL das Magazin des Vereins ZEBRA
- Zentrum zur sozialmedizinischen, rechtlichen und kulturellen Betreuung von Ausländern und Ausländerinnen in Österreich

 

Nummer 4/2001: "Willkommen am Freien Markt?"

 

 


Purzens geistige Gaberlstunde
Über das Packen

Mich ziehts, werte Leserin, geschätzter Leser, wenn der Herbst ins Land zieht und die Bäume ihre Blätter abwerfen, wie alle Jahre nach Schottland. Wenn Sie diese Zeilen lesen, weile ich bestimmt schon in diesem faszinierenden Lande, mitsamt meinem VW-Bus inklusive Gepäck. Und daran möchte ich Sie heute teilhaben lassen – an meinen Packorgien!

Vorausgeschickt sei, dass ich in und aus und von meinem Bus lebe. Das heißt, es muss alles Platz haben, was ich brauche, andererseits muss auch ich mit meinen vitalen Bedürfnissen (essen, schlafen, etc.) finden. Schwere Startbedingungen – denn 5 Wochen Schottland mit Bergbesteigungen, Matchbesuchen, einsamen Inseltrips usw. fordern schon einiges an Ausrüstung. Los geht’s also – schön langsam. Erste Listen werden geschrieben, ergänzt, Dinge gestrichen, wieder hinzugefügt. Bekleidung, Utensilien, etc. sortiert, aufgeschüttet, kopfschüttelnd umgeschichtet.

Das geht einige Tage so.

Dann der endgültige Startschuss: Der Bus wird eingeräumt. Dies ist mit den vorsortierten Häufen von allem Erdenkbaren ein aussichtsloses Unterfangen: Denn wie sagt schon der, von mir hochgeschätzte Mr. Murphy: wenn man eine Dose mit Würmern öffnet, braucht man eine viel größere Dose, um sie wieder alle hineinzubekommen. Es wird also erneut aussortiert – fatal dabei ist allerdings, dass mir beim Aussortieren immer noch neue, unabdingbare Gegenstände einfallen, die mitzunehmen sind.

Irgendwann, lange nach Erreichen der totalen Erschöpfung, ist dann alles verstaut. Die Toilette am Dach, Werkzeug unterm Sitz, etc. etc. Das Finden der Dinge überlasse ich in Schottland dann meist dem Zufall. Ca. 1Stunde bevor das Packen abgeschlossen ist, ist auch der letztmögliche Zeitpunkt der Abfahrt (denn schließlich gilt es in Amsterdam die Fähre zu erreichen). So rase ich denn, wie der reinkarnierte Alberto Ascari, durch Deutschland und denke an Tante Jolesch`s weises Wort: "Abreisen sind immer überstürzt."

Even Mc Purz, heute in Eile


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file last changed: 4. 10. 2001

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