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ZEBRA Kommentar zum Weltflüchtlingstag 2015

Hat Europa ein Flüchtlingsproblem?

ZEBRA-Audio-Beitrag:  ►Flüchtlinge erzählen

(© ZEBRA-Audio-Beitrag, .mp3, 4 MB, Interviews, Aufnahmen und Schnitt, Dr.in Bärbel Plavcak, Eva Eckhard, MA, ZEBRA)

Mittlerweile zählt das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) 59,5 Mio. Menschen auf der Flucht – das ist die höchste Weltflüchtlingszahl seit dem zweiten Weltkrieg. An die 19,5 Mio.  gelten nach völkerrechtlicher Definition als Flüchtlinge. Diese Menschen sind vor politischer Verfolgung, Kriegen oder anderen Menschenrechtsverletzungen geflohen und haben laut Genfer Flüchtlingskonvention das Recht auf Schutz vor Verfolgung.

Besonders erschreckend die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder.

 

https://www.flickr.com/photos/takver/5918017660Fotocredit: John Englart
https://www.flickr.com/x/t/0148002/photos/takver/

 

 

 

 

 

 

 

Viele meinen gerade wir in Europa werden überschwemmt. Rein faktisch ist genau das Gegenteil der Fall.

In absoluten Zahlen fanden im Jahr 2014 laut eurostat an die 626.000 AsylwerberInnen in einigen wenigen Ländern der EU Schutz vor Verfolgung. Manche EU Länder nehmen praktisch überhaupt keine Asylsuchenden auf. Der (in etwa genauso viele EinwohnerInnen wie Österreich zählende) Libanon allein hat mit 1,1 Mio. Flüchtlingen fast doppelt so viele Menschen aufgenommen.

Der Ressourcenverbrauch pro Person hat sich in den letzten Jahrzehnten in Österreich mehr als verdoppelt. Die Aufnahme von Flüchtlingen hat sich im Vergleich zu vergangenen Menschenrechtskrisen in den letzten Jahrzehnen mehr als halbiert.

  • 1956/57 fanden rund 180.000 Menschen aus Ungarn Schutz vor Verfolgung in Österreich.
  • 1992 hat Österreich rund 90.000 Flüchtlinge im Zuge des Bosnienkrieges aufgenommen.
  • 2014 wurden 28.027 Asylanträge gestellt, knapp über 7.000 Personen wurde Asyl gewährt.
  • 2015 leben etwas mehr als 5.000 Asylsuchende in der Steiermark, weniger als 0,5 % der Bevölkerung

Angesichts dieser Zahlen sollten wir die Relationen nicht aus den Augen verlieren. Ein Großteil der Flüchtlingsbewegungen findet außerhalb von Europa statt.

Hat Europa im Jahr 2015 tatsächlich ein Flüchtlingsproblem?

In diesem Jahr erwartet das Innenministerium an die 70.000 Asylanträge. Das ist im Vergleich zu den Jahren unmittelbar davor eine enorme Steigerung. Wir sollten anpacken statt uns einzumauern! Die europäischen Staaten sind gefordert gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die sich gegen die vielseitigen Ursachen von Flucht, gegen Totalitarismus und Fundamentalismus, gegen Gewalt und Terror in den Herkunftsländern richten.

ZEBRA gibt denjenigen, die den gefährlichen Weg nach Österreich schaffen, einen Raum, um Menschenrechte zu wahren, und vor Verfolgung und Diskriminierung betroffene Personen zu stärken.

ZEBRA ruft dazu auf, sich auf die Wahrung der Menschenrechte und die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention zu besinnen und mehr Sachlichkeit und Fairness in der Asylthematik an den Tag zu legen.

 

Flüchtlinge erzählen:

Audio-Beitrag

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