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ZEBRA-Presseaussendung zum Weltflüchtlingstag: Niemand wird freiwillig zum Flüchtling

  „Jeder ist gefordert, am gelingenden Zusammenleben mit Geflüchteten mitzuwirken“, so ZEBRA-Geschäftsführerin Alexandra Köck.

68,5 Millionen Menschen sind laut UNHCR derzeit auf der Flucht. Eine flüchtende Person ist gezwungen, rasch und plötzlich ihr vertrautes Umfeld aufgrund massiver, akuter Bedrohung zurückzulassen, um ihr Überleben zu sichern.

Diese Aspekte müssen am morgigen Weltflüchtlingstag, 20. Juni, in den Mittelpunkt gerückt werden.

„Normalität“ ermöglichen

Menschen, die vor Krieg, Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen und Gewalt flüchten, wünschen sich vor allem Sicherheit, einen geregelten Alltag und die Rückkehr zur Normalität. Um ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben aufbauen zu können, müssen Flüchtlinge in Österreich dazu Möglichkeiten vorfinden, wie bspw. Schulbesuch, eigene Unterkunft, Privatsphäre und die Chance auf Arbeit.

Klare Rahmenbedingungen sind dafür notwendig, damit Orientierung möglich ist. Nur mit integrativen Maßnahmen ab dem ersten Tag in Österreich wird es den Menschen gelingen, ein neues Leben aufzubauen.

„Ein faires und rasches Asylverfahren vorangestellt, braucht es Zugänge zu professionellen Sprachkursen sowie die Chance auf Bildung und Arbeit. Neben diesen strukturellen Rahmenbedingungen benötigen geflüchtete Menschen soziale Kontakte zur Bevölkerung, um sich ein neues soziales Netzwerk und Freundschaften aufbauen zu können“, betont ZEBRA-Geschäftsführerin Alexandra Köck. Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft setzt klar das „Miteinander ins Gespräch kommen“ voraus.

Faktenbasierter Dialog statt Halbwahrheiten und Mythenbildung

Mit dem Blick auf die kommenden Wahlkampfmonate sind vor allem die PolitikerInnen gefordert, den gesellschaftlichen Dialog in Richtung des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu lenken. Durch die selektive Auswahl von bestimmten Fakten und die Präsentation von Teil- und Halbwahrheiten werden Stereotype sowie Vorurteile im gesellschaftlichen Diskurs vorangetrieben und manifestiert.

Ein Beispiel: Durch die Verwendung des Begriffs „Wirtschaftsflüchtling“ wird den Menschen die Notwendigkeit der Flucht abgesprochen und der Missbrauch des Asylrechts unterstellt. Tatsache ist, dass eine Vielzahl von Gründen, wie Verfolgung, Gewalt, Krieg, Zerstörung, besteht, weshalb Menschen zur Flucht gezwungen sind. Im Rahmen eines Asylverfahrens wird anhand von klargelegten Kriterien aus der Genfer Flüchtlingskonvention geprüft, ob die Person den Status Flüchtling zugesprochen bekommt. Ein Anspruch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaften besteht dann, wenn eine Person aufgrund von „Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung“ (Artikel 1 Genfer Flüchtlingskonvention) verfolgt wird. Aus wirtschaftlichen Gründen wird niemand als Flüchtling anerkannt.

Politik ist hier gefordert, genau diese Fakten in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen und nicht der Verlockung von populistisch attraktiven Halbwahrheiten oder Mythen zu folgen. Allein mit der Betrachtung und Benennung von Tatsächlichem kann zukünftig interkulturelles Zusammenleben gelingen. „Jeder ist gefordert, am gelingenden Zusammenleben mitzuwirken. Somit entscheiden wir alle, wie wir Geflüchteten begegnen“, so ZEBRA-Geschäftsführerin Alexandra Köck abschließend.

ZEBRA Presseaussendung, 19.6.2019

Rückfragen & Kontakt:

ZEBRA - Interkulturelles Beratungs- und Therapiezentrum Granatengasse 4/III, 8020 Graz
Mag.ª Alexandra Köck

Tel.:+43 (0)316/835630
Mail: alexandra.koeck@zebra.or.at

ZEBRA - Interkulturelles Beratungs- und Therapiezentrum
Granatengasse 4/3. Stock
8020 Graz

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Fax: 0316/83 56 30 -50
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